Ausgewählte Blindtexte Schnipsel, Stammtischparolen, Zettel u.a. –



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22.08.15

Erkenntnis

Erkenntnis 1a 1: Ich müßt mich mehr anstrengen.
Erkenntnis 1a 2: Ich müßt mich nicht mehr anstrengen.
Erkenntnis 1b 1: Ich müßt mich weniger anstrengen.
Erkenntnis 1b 2: Ich müßt mich nicht weniger anstrengen.

Erkenntnis 2a 1: Ich könnt mich mehr anstrengen.
Erkenntnis 2a 2: Ich könnt mich nicht mehr anstrengen.
Erkenntnis 2b 1: Ich könnt mich weniger anstrengen.
Erkenntnis 2b 2: Ich könnt mich nicht weniger anstrengen.

Erkenntnis 3a 1:: Ich dürft mich mehr anstrengen.
Erkenntnis 3a 2:: Ich dürft mich nicht mehr anstrengen.
Erkenntnis 3b 1: Ich dürft mich weniger anstrengen.
Erkenntnis 3b 2: Ich dürft mich nicht weniger anstrengen.

Erkenntnis 4a 1: Ich sollt mich mehr anstrengen.
Erkenntnis 4a 2: Ich sollt mich nicht mehr anstrengen.
Erkenntnis 4b 1: Ich sollt mich weniger anstrengen.
Erkenntnis 4b 2: Ich sollt mich nicht weniger anstrengen.

Erkenntnis 5a 1: Ich will mich mehr anstrengen.
Erkenntnis 5a 2: Ich will mich nicht mehr anstrengen.
Erkenntnis 5b 1: Ich will mich weniger anstrengen.
Erkenntnis 5b 2: Ich will mich nicht weniger anstrengen.

(…)

es gibt schlimmeres

nach einer übelst durchschlafenen (oder auch nicht) nacht mit fieberträumen ohne fieber usw usf geguckt, wo der güterzug ist, der mich überfahren hat, drum natürlich verpennt und pissen muß ich wie tausend russen (1).

ins bad. der schritt vor die muschel. das folgende in drei millisekunden:
1. warum fühlt sich das so komisch an am fuß? (ja freilich barfuß)
2. krampf in der wade, sie wußte es schon vor meinem hirn.
3. ah, katzenscheiße

will den fuß hochreißen, was wegen dem krampf nur ein stück weit geht, dann ziehts ihn wieder runter und ich tret natürlich nochmal rein. (lobet den HErrn! der sich schon was dabei gedacht hat, daß er schorsch eine altersbedingte verstopfung angedeihen ließ)

immer noch mit krampf zur badewanne hüpfen, muß jetzt pissen wie 2000 russen (2), fuß waschen, fluchen bis der alibert scheppert.

dann endlich pissen.

katzenscheiße wegmachen.

vorleger in die waschmaschine stopfen.

in die küche.

da liegt ein päckchen.

meine freundin hat crocs gekauft.

den kater füttern, muß ja nachschub reinkommen in das tier.

ja, es gibt schlimmeres: »Ask A Porn Star: What Was Your Grossest On Set Experience«
(obacht – NSFW, verheerend für kinder usw usf, aber ihr habt vorhin bei der warnung ja weitergeklickt)

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(1), (2) hier eigenen xenophoben oder was auch immer begriff einsetzen

21.08.15

Sie sind jung und schön und hören gerne Zaz oder Milky Chance

 …ok, Zaz hab ich sogar schon mal gehört.

Das sind halt junge schöne glückliche Menschen, die sich freuen, dass sie ihren Platz in der Kultur-Industrie gefunden haben (hauptberuflich Designer, Fotografen, Foodblogger, Modeblogger, Techblogger, Pornodarsteller und Aufnahmeleiter bei Jamie Oliver etc.) und viele Fans auf Instagram und Twitter. Und sie sind glücklich und schön, weil sie jung und schön und glücklich sind und ihren Platz in der Kultur-Industrie gefunden haben und Designer, Fotografen, Foodblogger, Modeblogger, Techblogger, Pornodarsteller und Aufnahmeleiter bei Jamie Oliver sind etc.

Ihr Sternzeichen ist der Smoothie aus Bio-Früchten und fettarmem Bio-Joghurt oder der Veggie-Burger mit biologischen Süßkartoffelpommes für 14,95 (Getränke extra). Sie sind für die Umwelt und für Bioklamotten und für Bioessen, weil das irgendwie dazugehört und eh besser ist für die Umwelt, fahren am Sonntagmorgen mit dem SUV, das ist sicherer!, Brötchen vom Bäcker nebenan holen und stehen da in der Schlange, weil sie das aus der Rama-Werbung kennen und freuen sich, dass sie in der Schlange stehen, weil sie das aus der Rama-Werbung kennen und das ist alles so schön und warm und so vertraut und so heimelig und Kinder wollen sie ja eh mal, zwei, n Jungen undn Mädchen, weil Kinder sind doch so wichtig für alles und so und wenn die einen dann so anlachen. Außerdem können sie dann auch bald nen eigenen YouTube-Channel mit Spielzeugtests machen und aus den Werbeeinnahmen was zum Haushalt dazugeben. Aber das mit den Flüchtlingen ist echt schlimm.

Die Frauen tragen weite Strickpullover mit zu langen Ärmeln, Wollsocken und Flip-Flops und halten die Tasse mit koffeinreduziertem senseo-Latte in beiden Händen, während sie die neue Country Homes aufm ipad durchblättern, den manufactum-Katalog studieren, die greenpeace-Überweisung machen und noch eben die online-Petition für die Flüchtlinge unterzeichnen und nachher nachm Büro gehts noch zur urban-knitting-Gruppe, weil das ist ja wichtig für uns alle und so und die Männer tragen Bart oder auch nicht, weil das ja unhygienisch ist, trinken mit guten Freunden ein craftbier (max.) und sind fast so lustigdoof wie der Golden Retriever, stinken aber weniger, wenn man ihnen jeden Tag sagt, dass sie duschen und auf jeden Fall mehrmals täglich Deo verwenden sollen und auch Zahnseide und sone Pflegeserie für ihn.

Aber irgendwie ist der Retriever dann doch irgendwie, naja, kuscheliger und so und man muss ihn nur ab&zu mal rauslassen und Futter geben und er passt ja auch besser zum Sofa und lecken kanner ja auch und wenn dann erst mal die Kinder da und aus dem Gröbsten raus sind, naja.



[Zeichnungen ©scherl]

[Lehrreiches: urban knitting]

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(Dieser Text wurde am 21. August 2015 bei den revierpassagen erstmals veröffentlicht.
Alle Bilder ©scherl 2015)

25.07.15

Gartennazis, Pendel, Unruh und Geläut – ein reich bebildertes Panopticon


Also eigentlich läuft das immer gleich: ich guck raus und denk, ah, endlich wieder ein paar Blümchen auf dem Scheißrasen hier und ein, zwei Tage später ist dann der Gartennazi mit seinen Hanseln da und fräst alles bis 1mm über der Wurzel runter. Seine Geräte setzen 65% der eingesetzten Energie in Krach um, 47% in Gestank, 15 in Wärme und mit den restlichen 2 zertritt er ach die goldne Flur.

Diesmal hat das perfide Schwein als Vorhut (Obacht! Verleserträchtig!) einen Knilch abgeworfen, der

18.07.15

02.07.15

sonntag, 28.6.15 (nachtrag)

ächz. 7:25


8:45 Kaffee beim Bäcker
Zuverlässig die gleiche Klientel wie beim vorigen Mal. Am meisten verabscheue ich die jungen glücklichen erfolgreichen geldgepolsterten Jogger, die noch eben Brötchen holen gehen, die jungen glücklichen erfolgreichen geldgepolsterten Hundeausführer, die noch eben Brötchen holen gehen und die jungen glücklichen erfolgreichen geldgepolsterten Eltern, die noch eben Brötchen holen gehen. Ihre Kinder verabscheue ich auch. Die Rentner sind ok, wenn sie die Schnauze halten.
»Schönen Sonntag noch!«. »Sitz!«. »Willst du nochn Schokocroissant?«. »Du musst dein Rad hier nicht anschließen, Liebes.«
Probieren Sie auch Baby-Vollkornbrot! SUV und gepa-Jutetasche. Die Kinder heißen »Pünktchen« und »Kalle«. Pünktchen. Kalle. »18€43«, »11€78«,»24€19«. Zur Erinnerung: das ist der Bäcker und bei der Aufzählung oben hab ich die Schwangeren vergessen, seh ich grad. »Bitte doch nicht 14 Mohnbrötchen, sondern 17 Dinkelbrötchen.« »Und acht Dinkelcroissants.«. Sie stehen Schlange bis auf die Straße raus, dafür ists im Laden leer. Das machen sie so, weil sie das aus der rama-Werbung kennen.
Angebot: Weltmeister-Brot.


10:00 Kirche
»Guten Morgen!«
Uff.

 »Josef könnte uns Kram sein.«

Psalm 92 (Nr 737 in der Formelsammlung). Eigentlich müßten hier nur noch Sprengstoffgürtel erwähnt sein.

Später sagt man dann: der Pfarrer hat wieder einen Unsinn verzapft. Aber schön gesungen hatter, der Herr Pfarrer. In Wahrheit sagen sie: der Herr Pfarrer hat wieder schön geredet. Und schön gesungen hatter, der Herr Pfarrer.

»Das war ein Typ, der hatte lange Haare und ganz viele Schallplatten. Der hat immer Sachen ausprobiert, die sonst niemand gemacht hat, zb ist er im Hafen arbeiten gegangen.«

Pegida fühlt sich nicht genug versorgt. Aha.

Man kann von Katholiken lernen. Aha.

Eh - wie wärs eigentlich mal mit nem Scherl-Genesungswerk?

Herr, wir prizen dich.

Geht das klar, wenn ich während dem Abendmahl mein Franz-Brötchen freß?

(diesen beitrag habe ich bereits am 30. juni 2015 als facebook-notiz veröffentlicht.)

08.05.15

wm-nachtrag II


wm-nachtrag I


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